VIA-Projekt 

Projekt zum Training sozialer Kompetenzen und zur Reduktion aggressiver Verhaltensprobleme

 

Seit 2010 führen wir in unseren Gruppen ein Projekt zum trainieren sozialer Kompetenzen und gleichzeitigem reduzieren aggressiver Verhaltensauffälligkeiten durch.

Hintergrund
Aufgrund der Tatsache, dass viele Kinder, die bei uns leben, Defizite in ihren sozialen Kompetenzen aufweisen, ist es uns ein Anliegen, die Kinder verhaltensnah und lösungsorientiert beispielsweise darin zu unterstützen, soziale Situationen angemessen wahrzunehmen, eigene Bedürfnisse zu erkennen und angemessen formulieren zu lernen, mit Emotionen der Angst, Trauer oder Aggression umzugehen, Konflikte angemessen zu lösen und einen förderlichen Umgang miteinander zu finden.

Konzept
In Anlehnung an das VIA – Verhaltenstherapeutische Intensivprogramm zur Verringerung von Aggression (Grasmann & Stadler, 2008) – werden mit den Kindern Themen für die Erweiterung und den Aufbau sozialer Kompetenzen, für einen angemessenen Umgang mit Emotionen und eine Reduktion aggressiver Verhaltensauffälligkeiten erarbeitet. Die Auswahl der Themen orientiert sich hierbei an alltagstypischen Problembereichen der jeweiligen Gruppe. Bei der didaktischen Ausarbeitung der Inhalte werden darüber hinaus die Besonderheiten, individuellen Entwicklungsstände und jeweiligen Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt.

Themen

Gruppenregeln

"Wie gehen wir miteinander um?"

Selbstsicheres Verhalten

„Wie gehe ich selbstsicher auf andere zu?“

Wahrnehmung von Emotionen

„Welche Gefühle gibt es, wie kann ich sie erkennen und
wie kann ich anderen meine Gefühlslage zeigen?“

Positive Selbstwahrnehmung

„Was kann ich gut?“
„Worauf kann ich stolz sein?“

Wahrnehmung von Aggressionen

„Woran erkenne ich bei anderen oder mir Wut und Aggression?“

Umgang mit Aggressionen

„Welche Ausstiegsmöglichkeiten habe ich, um meine Wut loszuwerden?“

Umgang mit Konflikten

„Wie schaffe ich es, mich zu entschuldigen?“

Umgang mit Unrechtempfinden

„Was kann ich tun, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle?“

Formulierung von Bedürfnissen

„Wie kann ich anderen sagen, was ich mir wünsche?“

 

Methoden
Das Training basiert auf verhaltenstherapeutischen Annahmen (Lernen am Modell, Verstärkerprinzipien, kognitive Lerntheorie), wobei der Schwerpunkt der Interventionen beim Aufbau von Kompetenzen durch positive Verstärkung wie Aufmerksamkeit, Lob, Beachtung, etc. liegt. Neben der Vermittlung theoretischer Inhalte kommen bei der praktischen Erarbeitung unterschiedliche Techniken zum Einsatz (Plakate, Collagen, Rollenspiele, Videofeedback, etc.)

 

Via-Projekt Plakat Selbstsicherheit Via-Projekt Plakat Bedürfnisse Via-Projekt Plakat 1 Wutvulkan Via-Projekt Plakat 2 Wutvulkan Via-Projekt Plakat 3 Wutvulkan

Plakat-Beispiele:
1: Selbstsicherheit
2: Bedürfnisse
3 - 5: Wutvulkan

 

Durchführungsrahmen

Das Projekt findet an einem festen, wöchentlichen Projektnachmittag über 12 Sitzungen à 2 Stunden statt. Die Teilnahme ist für alle Kinder verbindlich. Der Ablauf ist hochstrukturiert:

Einführung und theoretische Erarbeitung eines Themas
Pause und Zwischenmahlzeit
Praxisbaustein (basteln, üben, Plakatgestaltung, etc.)
Entspannungsgeschichte
Positive Verstärkung durch die Vergabe von Tokens

Schulen der Mitarbeiter
Das Training wird durch ein konstantes Team von zwei festen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Gruppe durchgeführt. Beide sind in der Durchführung des Trainings intensiv geschult. Bei der Zusammenstellung der Inhalte und Anpassung an die individuellen Bedürfnisse der teilnehmenden Kinder werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch eine Verhaltenstherapeutin für Kinder und Jugendliche beraten.

Supervision der Mitarbeiter
Eine fachliche Begleitung und Unterstützung bei der kontinuierlichen Reflexion des Projektverlaufs steht unseren Mitarbeiterinnen durch eine kontinuierliche Supervision (jede 4. Projektsitzung) zur Verfügung.

Bisherige Erfahrungen
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Projekt von den Kindern sehr gerne angenommen wird und neben der Erarbeitung konkreter Inhalte, die in den Alltag einfließen, auch die Möglichkeit bietet, den Gruppenzusammenhalt zu stärken. Darüber hinaus bietet der klar strukturierte Rahmen Orientierung und ermöglicht Kindern und Betreuern einander bewusster zu begegnen und förderliche Beziehungen zu stärken.

Zitate der Kinder:

„Mir hat VIA viel Spaß gemacht, da wir viele Rollenspiele gemacht haben.“ Lea, 14 Jahre

„Mir hat gefallen, dass wir über unsere Probleme gemeinsam reden konnten und dass die Gruppe mehr zusammenhält.“ René, 15 Jahre

„Mir hat das VIA-Projekt gut gefallen. Ich habe gelernt, nicht zu schlagen und mir hat der Vulkanausbruch gefallen.“ Vito, 10 Jahre

„Das hat mir alles gefallen: Die Geschichten waren gut. Wir wären fast eingeschlafen [Entspannungsrunde]. Feedback war sehr schön. Der Vulkan war gut. Die Smilies waren lustig. Das war auch schön, wo die Anja uns gefilmt hat und wir haben das gemeinsam angeguckt.“ Clarissa, 11 Jahre